Donnerstag, 24.05.2018 10:20 Uhr

Der letzte Titel in der MotoGP ist vergeben

Verantwortlicher Autor: Klaus Fritzsching Valencia / Spanien, 17.11.2017, 16:46 Uhr
Presse-Ressort von: Motorradrennsport Bericht 6172x gelesen

Valencia / Spanien [ENA] Wie in den letzten Jahren üblich, bildet der Kurs in Valencia den Saisonabschluss der MotoGP Saison. In den Klassen Moto2 und Moto3 standen die Titelträger bereits vorher fest. Nur in der Königsklasse MotoGP wurde er im letzten Saisonrennen ausgefahren. Jedenfalls spielte das Wetter mit. Es blieb trocken und die Temperaturen stiegen bis 22 Grad an. Ideale Bedingungen für Motoren und gute Rundenzeiten.

In der Moto3 waren die Fronten schon früh geklärt. Der Spanier Joan Mir hatte überlegen, mit insgesamt 10 Siegen, den Titel eingefahren. In den ganzen Trainings und auch der Qualifikation hatte aber sein Landsmann Jorge Martin die Bestzeiten gefahren. Er hatte dies aber schon bei vielen Stationen in diesem Jahr getan, aber noch nie als Sieger auf dem Podest gestanden. Dies wollte er beim letzten Rennen in dieser Saison ändern. Neben ihm standen Mir und Rodrigo in der ersten Startreihe. Philipp Öttl stand nur in Reihe 6 und war seinen eigenen Ansprüchen wider einmal nicht gerecht geworden. Noch schlechter hatte es Livio Loi getroffen, der wegen einer Strafe aus der Boxengasse starten musste.

Schon nach 2 Runden hatte sich ein Trio mit Martin, Rodrigo und Mir vom Rest des Feldes abgesetzt. Eine Runde später stürzte Rodrigo und Weltmeister Mir musste weit von der Strecke ausweichen. Er fädelte sich auf Platz 19 wieder in das Feld ein. Vorn war der Weg frei für Jorge Martin, der seinen Vorsprung immer weiter ausbaute. Hinten im Feld begann der Weltmeister seine Aufholjagd. Schlau von John McPhee, der sich an das Hinterrad des Spaniers hängte und den Weg nach vorn mit ging. In der Verfolgergruppe kam es zu einem weiteren heftigen Sturz. Di Giannantonio war an das Hinterrad von Ramirez gefahren und wurde per Highsider von seinem Bike geschleudert.

Fünf Runden vor Rennende schienen die Fronten geklärt. Martin fuhr 6 Sekunden vor einer großen Gruppe mit 12 Fahrern. Es folgte nach der Zieldurchfahrt ein großer Jubel beim Team um Martin, der im letzten Rennen der Saison seinen ersten Sieg einfahren konnte. Weltmeister Mir schaffte es von Platz 19 noch auf Platz 2. Marcos Ramirez machte mit Platz 3 das rein spanische Podium komplett. Vizeweltmeister Romano Fenati wurde Vierter vor Bastianini, Guevara, Juniorenweltmeister Foggia und McPhee. Für Philipp Öttl reichte es nur zu Platz 15 und somit einen WM-Punkt. In der nächsten Saison, die für Öttl die letzte Moto3 Saison sein wird, stehen Podestplätze auf der Tagesordnung.

Weltmeister Joan Mir
Vizeweltmeister Romano Fenati
Valencia Sieger Jorge Martin

Auch in der Klasse Moto2 stand der Titelträger mit Franco Morbidelli bereits fest. Vizeweltmeister Tom Lüthi musste auf Grund seiner Verletzung noch immer pausieren. In der ersten Startreihe Alex Marquez, Morbidelli und Pasini. Direkt dahinter die beiden KTM Piloten Oliveira und Binder. Sie hatten in den letzten beiden Rennen in Australien und Malaysia dominiert. In Reihe 4 stand Marcel Schrötter, eine Reihe dahinter Sandro Cortese, der in der nächsten Saison ebenfalls eine KTM pilotieren wird. Zunächst übernahm Marquez die Führung im Rennen. Doch schon in Runde 3 ging Weltmeister Morbidelli an die Spitze. Marquez kämpfte mit Pasini um den Anschluss. Dann stürzte Pasini, stieg aber wieder aufs Bike und fuhr dem Feld hinterher.

Auch für Sandro Cortese endete die ohnehin schon schlechte Saison mit einem Sturz. Nach der Hälfte des Rennens lag Morbidelli mit fast 2 Sekunden Vorsprung vor Oliveira, der den Abstand aber Runde um Runde abbaute. Alex Marquez bekam dann Besuch vom zweiten KTM Piloten Brad Binder. Hinter ihnen eine größere Lücke zu den weiteren Verfolgern. In Runde 22, der 27 zu fahrenden Runden, hatte es der Portugiese Oliveira geschafft, an Morbidelli vorbei zu fahren. Oliveira setzte sich in den letzten Runden sogar ab und fuhr den dritten Sieg in Folge für KTM ein. Morbidelli wurde Zweiter vor der zweiten KTM mit Brad Binder. Marquez verlor Platz 4 noch an Sky Racer Bagnaia.

Der Malaye Syahrin wurde Sechster vor Nakagami, Quartararo, Corsi und Aegerter. Marcel Schrötter belegte Platz 13 zum Abschluss der Saison- Wie auch in der Moto3, steigen Weltmeister und Vizeweltmeister in die nächst höhere Klasse auf. Für Morbidelli und Lüthi bedeutet dies, dass sie in der nächsten Saison in der Königsklasse fahren.Sie fahren sogar zusammen im gleichen Team. Während Morbidelli nach dem Rennwochenende sein neues Arbeitsgerät testen konnte, musste Lüthi auf Grund seiner Verletzung noch zuschauen. Übrigens wird auch der Belgier Xavier Simeon 2018 MotoGP fahren. Doch bei ihm ist es das Geld, das er mitbringt und nicht die Leistung, siehe Platz 23 in der Gesamtwertung der Moto2.

Weltmeister Franco Morbidelli
Vizeweltmeister Tom Lüthi
Valencia Sieger Miguel Oliveira

Vor dem Rennen der MotoGP standen die Chancen Weltmeister zu werden für Andrea Dovizioso nicht so gut. Denn er musste das Rennen unbedingt gewinnen. Doch Dovizioso stand in der Startaufstellung nur auf Platz 9 in Reihe 3. Marc Marquez, der nur Platz 11 einfahren musste, Stand auf der Pole. Neben ihm in Reihe 1 noch Johann Zarco und Andrea Iannone. Das Teilnehmerfeld war beim letzten Saisonrennen mit 25 Fahrern gut gefüllt. KTM Testfahrer Mika Kallio und Ducati Testfahrer Michele Pirro gehörten ebenso dazu wie Michael van der Mark, der für den kranken Jonas Folger in der Aufstellung stand. Schon direkt nach dem Start stürzte Alvaro Bautista.

In den ersten 3 Runden führte Marc Marquez das Feld vor Zarco, Pedrosa und Lorenzo an. Etwas weiter hinten hatte es weitere Stürze durch Kallio, Aleix Espargaro und Redding gegeben. In Runde 4 übernahm der Franzose Zarco die Führung. Er und Marquez konnten sich etwas absetzen. Dovizioso fuhr direkt am Hinterrad seines Teamkollegen Lorenzo auf Platz 5 liegend. Dahinter eine größere Lücke zum Rest des Feldes. In Runde 24 dann fast ein Sturz von Marquez. Doch der Spanier drückte das Bike in seiner ganz eigenen Art mit dem Ellbogen wieder nach oben und musste nur einen Umweg durch das Kiesbett fahren. Er fiel aber auf Platz 5 zurück.

Eine Runde später hatte Lorenzo nicht so viel Glück und stürzte. Kurz danach war die WM entschieden, da auch Dovizioso ins Kiesbett rutschte. An der Spitze griff Pedrosa in der letzten Runde Zarco an, ging vorbei und sicherte sich seinen zweiten Saisonsieg vor dem Franzosen. Marc Marquez feierte nicht Platz 3, sondern seine erfolgreiche Titelverteidigung. Alex Rins sicherte sich auf der Suzuki Platz 4 vor Rossi, Iannone, Miller und Crutchlow. Michele Pirro und Tito Rabat komplettierten die Top 10. Bei Ducati gab es keine Trauer über den verpassten WM-Titel, sondern Freude über eine erfolgreiche Saison. Bei Yamaha wird es eher ein Nachdenken über die Fahrbarkeit des Modells 2017 sein.

Weltmeister Marc Marquez
Vizeweltmeister Andrea Dovizioso
Shooting Star Johann Zarco
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