Sonntag, 25.02.2018 20:14 Uhr

Deutsche Akzente im Rahmen der Superbike WM

Verantwortlicher Autor: Klaus Fritzsching Jerez / Spanien, 28.10.2017, 15:59 Uhr
Presse-Ressort von: Motorradrennsport Bericht 5451x gelesen

Jerez / Spanien [ENA] Leider gibt es durch die Verletzung von Stefan Bradl und dem Ausstieg von Markus Reiterberger keinen Piloten in der Klasse Superbike mehr. Doch dafür standen zum Saisonabschluss der Klasse Superstock 1000 gleich 6 Deutsche in der Startaufstellung. Vielleicht auch schon die Vorbereitung für die Saison 2018. Denn ob es im nächsten Jahr noch eine Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft geben wird, ist fraglich.

Bei angenehmen Temperaturen von 25 Grad fand am Samstag das erste Rennen der Klasse Superbike im spanischen Jerez statt. Aus der ersten Reihe konnten nach der Superpole Marco Melandri, Jonathan Rea und Alex Lowes starten. Schon nach der Einführungsrunde wurde nach Stürzen von Badovini und de Rosa die rote Flagge geschwenkt und später das Rennen neu gestartet. Beide gestürzten mussten auf einen Rennstart verzichten. In den ersten 6 Runden führte Weltmeister Rea das Feld an. Direkt an seinem Hinterrad Melandri, Davies und Sykes. In der Zwischenzeit war der Japaner Takahashi, der für Bradl auf der Honda saß, gestürzt. Doch er stieg wieder auf sein Bike und konnte das Rennen beenden.

In Runde 7 übernahm Ducati Pilot Melandri die Führung. Der Italiener konnte sich in den folgenden Runden sogar von seinen Verfolgern lösen. Da sich auch Rea abgesetzt hatte, ging es dahinter bei Davies, Sykes und den beiden Yamaha Piloten Lowes und van der Mark nur noch um Platz 3. Doch das Rennen war zu diesem Zeitpunkt erst kurz nach der Halbzeit. Im Fahrerfeld als Gaststarter auch der Schweizer Dominique Schmitter. Doch bei seiner Suzuki gab es Schwierigkeiten mit der Benzinzufuhr und er musste an die Box fahren. In Runde 16 betrübte Minen in der Ducati Box. In Führung liegend rollte Marco Melandri mit Technikproblemen an den Streckenrand.

Der Italiener hatte sein bisher bestes Rennen in dieser Saison gefahren und blieb jetzt ohne Punkte. Somit stand dem Saisonsieg Nummer 13 von Weltmeister Jonathan Rea nichts mehr im Weg. Diesen fuhr er dann auch souverän nach Hause. Im Kampf um Platz 2 setze sich Chaz Davies gegen Tom Sykes durch. Alex Lowes setzte sich in diesem Rennen gegen seinen Teamkollegen Michael van der Mark durch. Sie belegten die Plätze 4 und 5. Nach einer längeren Pause war auch Sylvain Guintoli am Start und belegte Platz 6 vor Savadori, Laverty, Fores und Ramos, Ganz ohne Punkte blieb das Honda Team, nachdem auch Giugliani an die Box gefahren war.

In der Klasse Supersport fehlt weiterhin der amtierende Weltmeister Kenan Sofuoglu, der immer noch in der Gesamtwertung führt. Seine Kawasaki wurde vom alten Haudegen Anthony West pilotiert, der kurz von der Klasse Superbike wieder in die Klasse Supersport wechselte. Aber erstmals saß der Australier auf einem Spitzenprodukt. Seine bisherigen Erfolge hatte er auf unterlegenem Material bei Regen eingefahren. Bei der Qualifikation schaffte es West in Reihe 2. Aus der ersten Startreihe konnten Caricasulo, Cluzel und Morais losfahren. Nach 3 der 19 zu fahrenden Runden hatten sich Cluzel, Caricasulo, Jacobsen und Mahias abgesetzt. Doch der Vorsprung betrug gerade einmal eine Sekunde.

Nach 10 Runden hatte sich das zu Beginn 31 Piloten starke Fahrerfeld schon etwas gelichtet. Hill, Baldolini, Calero, Scheib und Sebestyen waren gestürzt oder durch technische Probleme ausgeschieden. Vorn gab es ein Spitzenduo mit Caricasulo und Cluzel. Eine Sekunde dahinter eine Gruppe mit Jacobsen, West und Mahias. Dann schon ein größerer Abstand zu den nächsten Fahrern. Diese zweite Verfolgergruppe wurde von Kyle Smith angeführt, der aber in Runde 14 stürzte. In den letzten Runden gelang es Anthony West, sich von seinen Kontrahenten zu lösen. Den Zweikampf um den Sieg konnte der Italiener Federico Caricasulo für sich entscheiden.

Jules Cluzel wurde Zweiter vor West. Lucas Mahias kam hinter Jacobsen auf Platz 5 und hat vor dem letzten Rennen 20 Punkte Vorsprung auf Kenan Sofuoglu, bei dem noch in Frage steht, ob er auf Grund seiner Verletzung überhaupt starten kann. Sollte der Türke in Losail gewinnen, müsste Mahias mindestens Platz 10 einfahren um sich den Titel zu sichern. Nur noch diese beiden kommen dafür in Frage. Die Top 10 wurden in Jerez in der Reihenfolge Morais, Tuuli, Hartog, Gino Rea und Gamarino komplettiert. Somit fällt am 4. November die letzte Entscheidung im Wüstenstaat Qatar.

Laut neuem Reglement wurde die Startaufstellung zum zweiten Lauf der Superbike WM geändert. Somit standen die beiden Yamaha Piloten Lowes und van der Mark zusammen mit Gaststarter Guintoli in Reihe 1. Der erste Startversuch wurde abgebrochen, da Davies, Laverty und Schmitter gestürzt waren. Während Davies wieder normal in die Startaufstellung rollte, musste Schmitter ins Medical Center und Laverty führ aus der Boxengasse los. Schon nach der ersten Runde hatte sich Weltmeister Jonathan Rea von Platz 9 an die Spitze vorgearbeitet. Nach 3 Runden hatte der Brite bereits einen kleinen Vorsprung auf van der Mark, Melandri und Davies.

Savadori stürzte, konnte aber weiterfahren. Honda Pilot Giugliano fuhr an die Box, war aber zu schnell und bekam dadurch noch eine Durchfahrtsstrafe. Für Honda ein desaströses Wochenende. Rea bestimmte an der Spitze allein das Tempo und fuhr einem weiteren Sieg entgegen. Auch Chaz Davies hatte sich aus der Verfolgergruppe abgesetzt. Dahinter gab es nach 10 Runden einen Vierkampf um Platz 3 zwischen Melandri, Lowes, van der Mark und Sykes. Doch schon 2 Runden später war auch der Pechvogel des Vortages, Marco Melandri, auf und davon. Dem Italiener gelang es sogar, seinen Teamkollegen Davies einzuholen. In der vorletzten Runde ging der Italiener vorbei und hielt Platz 2 bis ins Ziel.

Hinter Davies wurde Alex Lowes Vierter. Tom Sykes landete auf Platz 5 und hat in der Gesamtwertung jetzt genau so viele Punkte wie Chaz Davies. Jetzt geht es in Qatar zwischen den beiden Briten um den Titel eines Vizeweltmeisters. Michael van der Mark, der am Grand Prix Wochenende in Malaysia die Yamaha von Jonas Folger pilotieren soll, landete auf Platz 6 vor Fores, Guintoli, Mercado und Torres. Es ist bedauernswert das es wohl auch im nächsten Jahr keinen deutschen Piloten in der Superbike Weltmeisterschaft geben wird. Damit bleibt Max Neukirchner, jetzt Teamchef in der Langstrecken WM, wohl noch längere Zeit der Einzige Sieger in dieser Klasse.

Für die Klassen Supersport 300 und Superstock 1000 war Jerez das letzte Rennen in dieser Saison. Während die neue Supersport 300 als Nachwuchsklasse gilt, wird die Superstock 1000 als Sprungbrett in die Superbike Weltmeisterschaft gesehen. In der Supersport 300 gab es eine riesige Überraschung. Der Sieg ging an den indonesischen Gaststarter Gulang Hendra, der erstmals in dieser Klasse an den Start ging. Der Holländer Scott Deroue wurde Zweiter vor Coppola, Garcia und Valle. Auf Platz 6 kam der Deutsche Jahnig auf Platz 6 über die Ziellinie, fiel aber durch die technische Kontrolle und wurde disqualifiziert. Der zweite deutsche Fahrer Gabriel Noderer kam über Platz 26 nicht hinaus.

Der Endstand nach 9 Rennen in dieser Klasse weist den Spanier Marc Garcia als Meister aus. Sein Vorsprung betrug aber gerade einmal einen Punkt vor dem Italiener Alfonso Coppola. Dritter in der Meisterschaft wurde Scott Deroue. Insgesamt gab es mit Garcia, Coppola, Deroue, Perez, Hendra und der Amazone Ana Carasco 6 verschiedene Sieger in den 9 Rennen. Deutsche Akzente gab es in der Klasse Superstock 1000 nicht nur durch die vielen deutschen Starter. Denn neben den permanenten Startern Marvin Fritz, Julian Puffe, Marc Moser und Toni Finsterbusch waren auch Marcus Reiterberger und Florian Alt im Feld. Ein Fahrer ließ alle Anderen im Rennen wie Statisten aussehen.

Markus Reiterberg steuerte seine BMW nicht nur in die erste Startreihe, sondern ließ auch im Rennen nichts anbrennen. Er siegte mit einem Vorsprung von 5 Sekunden vor dem Ukrainer Mykhalchik und dem Türken Razgatlioglu. Florian Alt und Toni Finsterbusch konnten nicht glänzen. Alt stürzte in der Anfangsphase und Finsterbusch gab auf. Marvin Fritz bekam für Platz 14 zwei Punkte, Puffe verpasste mit Platz 16 die Punkte ebenso wie Marc Moser mit Platz 25. Den Meistertitel in dieser Klasse fuhr der Italiener Ruben Rinaldi mit 8 Punkten Vorsprung auf Razgatlioglu nach Hause. Markus Reiterberger will 2018 diesen Meistertitel einfahren.

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