Sonntag, 25.02.2018 20:16 Uhr

Erster Weltmeister in der MotoGP steht fest

Verantwortlicher Autor: Klaus Fritzsching Philipp Isöand / Australien, 25.10.2017, 15:14 Uhr
Presse-Ressort von: Motorradrennsport Bericht 5736x gelesen

Philipp Isöand / Australien [ENA] Auch der australische Frühling erwartete die Fahrer mit Regen und Kälte. Eine Woche nach dem verregneten Japan Grand Prix hatte das Fahrerfeld auf besseres Wetter gehofft. Was die Piloten aber am meisten störte, war der unberechenbare starke Wind an der Rennstrecke in Philipp Island. Die Strecke liegt ja direkt am Meer. Zum Glück schien der Rennsonntag trocken zu bleiben.

Doch der Zeitplan musste korrigiert werden. Denn Migno hatte im WarmUp einen Motorplatzer und verteilte Öl auf der noch feuchten Strecke. Man kam in Zeitnot und wollte das Rennen verkürzen. Doch man blieb bei den vorgesehenen 23 Runden. In Reihe 1 der Startaufstellung standen die beiden Spanier Martin und Mir, sowie der Argentinier Gabriel Rodrigo. Der Deutsche Philipp Öttl stand in Startreihe 5. Noch in der ersten Runde stürzten der Brite John McPhee und der Südafrikaner Darryn Binder. In Runde 2 ging Antonelli zu Boden, der in Japan noch auf dem Podest stand. Auch nach 5 Runden waren es noch 18 Fahrer, die in einer langen Schlange zusammen waren. Auch Öttl war in dieser Gruppe.

Mit Gaststarter Toparis, Di Giannantonio, Canet, Danilo, Bezzecchi, Guevara, Pulkkinen und Ramirez gab es weitere Sturzopfer. Nach 10 Runden war die Spitzengruppe auf 9 Fahrer geschrumpft, die um den Sieg fuhren. In dieser Spitzengruppe auch Mir und Fenati. Sollte Mir vor Fenati ins Ziel kommen, wäre die Titelentscheidung gefallen. Auffällig wurde Jorge Martin, der mehrere Kontakte mit seinen Kontrahenten hatte. Die Führung in dieser Gruppe wechselte ständig. Dann begann es leicht zu regnen. Zunächst beeindruckte es die Fahrer nicht. Doch als man etwas später in eine regelrechte Nebelwand fuhr, hoben die Piloten der Spitzengruppe die Hand und das Rennen wurde abgebrochen.

Gewertet wurde nach der Reihenfolge, in der die Fahrer in Runde 15 die Ziellinie überfahren hatten. Joan Mir durfte sich nicht nur über seinen neunten Saisonsieg freuen, sondern ist damit auch der neue Moto3 Weltmeister 2017. Der Spanier hat 2 Rennen vor Saisonende 70 Punkte Vorsprung auf Romano Fenati, der in Australien nur Sechster wurde. Livio Loi wurde Zweiter und steht damit erstmals in dieser Saison auf dem Podest. Dritter wurde Jorge Martin vor Rodrigo und Bastianini. Philipp Öttl kam auf Platz 13 und kann in den nächsten beiden Rennen noch von Platz 10 in der Gesamtwertung auf Platz 6 klettern. Denn der Abstand beträgt nur 10 Punkte.

In der Moto2 Klasse stand Marcel Schrötter gemeinsam mit Pasini und Oliveira in der ersten Startreihe. Doch am Morgen hatte er im WarmUp einen Sturz, wo es einem beim zusehen schon weh tat. Die beiden WM Kontrahenten standen in Reihe 2 Morbidelli und 4 Tom Lühti. Obwohl es außerhalb der Ideallinie noch nasse Flecken gab, wurde das Rennen als Trockenrennen gestartet. Leider rutschte in Runde 2 Marcel Schrötter das Hinterrad weg. Bei seinem Sturz kollidierte er mit Pasini, der direkt hinter dem Deutschen fuhr und nicht mehr ausweichen konnte. Für beide das Aus in diesem Rennen. Nach 5 Runden hatte sich ein Spitzentrio mit den beiden KTM Piloten Oliveira und Binder sowie Morbidelli etwas abgesetzt.

Nach 13 der 25 zu fahrenden Runden fuhr Oliveira mit über 2 Sekunden Vorsprung vor Binder und Morbidelli. Weitere 3 Sekunden dahinter eine Gruppe mit Nakagami, Vierge, Lüthi, Raffin, Cortese, Bagnaia und Marquez. Im weiteren Verlauf des Rennens verschob sich alles noch einmal. Während vorn Oliveira nicht in Bedrängnis kam, schaffte es Nakagami auf das Verfolgerduo aufzuschließen. Der Japaner überholte etwas später beide Kontrahenten und machte sich auf den Weg zu Oliveira. Doch in der vorletzten Runde rutschte er mit seinem Bike ins Kiesbett. Allerdings hatte er zu diesem Zeitpunkt noch immer 3 Sekunden Rückstand zum Portugiesen.

So konnte Miguel Oliveira den ersten Sieg für KTM in der Moto2 einfahren. Sein Teamkollege Brad Binder wurde vor Morbidelli Zweiter und machte so den Erfolg für die Motorradmarke aus Österreich komplett. Sein bestes Ergebnis fuhr der Schweizer Jesko Raffin, der im nächsten Jahr kein Team hat, mit Platz 4 ein. Sandro Cortese wurde hinter Vierge, Marquez, Corsi und Aegerter Neunter. Tom Lüthi wurde nur Zehnter und hat damit jetzt 29 Punkte Rückstand auf Morbidelli im Gesamtklassement. Nur der Schweizer und der Italiener fahren in den nächsten 2 Rennen noch um den Titel. Sollte Lüthi allerdings im nächsten Rennen hinter Morbidelli landen, ist dieser Kampf entschieden.

Während Jonas Folger krankheitsbedingt noch immer fehlt, war Jack Miller bei seinem Heim Grand Prix wieder im Feld der MotoGP. Für Jonas Folger stand der Australier Broc Parkes in der Startaufstellung. Für Startreihe 1 hatten sich Marquez, Vinales und Zarco qualifiziert. Unter dem Jubel der Fans übernahm zunächst Lokalmatador Jack Miller die Führung. Diese konnte er auch bis Runde 5 verteidigen. Dann wurde er vom Altmeister Valentino Rossi abgelöst. Doch Rossi, Vinales, Miller, Marquez, Zarco und Aleix Espargaro lagen nur eine halbe Sekunde auseinander. Andrea Dovizioso lag zu diesem Zeitpunkt mit 7 Sekunden Rückstand nur auf Platz 16 und damit außerhalb der Punkte.

In Runde 8 dann der Sturz von Aprilia Pilot Aleix Espargaro. Es blieb der einzige Sturz in diesem Rennen. In Runde 9 übernahm Johann Zarco die Führung und behielt diese bis Runde 14,.wurde dann wieder von Rossi abgelöst und holte sie sich 2 Runden später zurück. Marc Marquez hatte dies aus einer entspannten Position die ganze Zeit beobachtet. Sieben Runden vor Rennende machte der amtierende Weltmeister dann ernst und setzte sich nach Übernahme der Führung auch schnell etwas ab, Die Verfolger Rossi, Zarco und etwas überraschend Iannone. Dovizioso kämpfte mit Redding und Pedrosa um Platz 11.

Marc Marquez konnte seinen Vorsprung bis ins Ziel verteidigen und machte mit seinem sechsten Saisonsieg einen großen Sprung zur Titelverteidigung. Denn für Dovizioso war das Australien Wochenende ein einziges Fiasko. Er kam über Platz 13 nicht hinaus und hat jetzt 33 Punkte Rückstand auf den Spanier. Rossi wurde Zweiter vor seinem Teamkollegen Vinales. Zarco wurde Vierter vor Crutchlow, Iannone und Miller. Alex Rins kam vor den beiden KTM Piloten Pol Espargaro und Bradley Smith über die Linie. Jetzt geht es nach Malaysia, wo ebenfalls Regen droht, die Temperaturen aber weit doppelt so hoch sein werden wie in Japan und Australien.

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